Sparbriefe – Das Festgeld mit geringem Risiko
Der Sparbrief ist ein festverzinsliches Anlageprodukt, das den Vorteil einer wesentlich höheren Verzinsung hat als ähnliche Anlageformen. Die Verzinsung ist für die gesamte Laufzeit, die ein bis zehn Jahre beträgt, festgelegt und darf von der Bank nicht verändert werden, was die Anlage sehr überschaubar macht. Sparbriefe können bei fast allen Kreditinstituten zu einem festen Preis erworben werden, zu dem diese den Sparbrief auch wieder zurücknehmen.
Ausschüttender Sparbrief oder Sparbrief mit Zinsansammlung?
Beim ausschüttenden Sparbrief zahlt das Kreditinstitut dem Sparer während der gesamten Laufzeit die angesammelten Zinsen regelmäßig aus. Ob das nun jährlich oder vierteljährlich geschieht, hängt vom jeweiligen Kreditinstitut ab. Der Zinsbetrag wird dann auf das vom Sparer angegebene Referenzkonto überwiesen. Am Ende der Laufzeit erhält der Sparer den ursprünglich eingezahlten Nennbetrag des Sparbriefes zurück.
Beim Sparbrief mit Zinsansammlung werden dem Sparer während der Laufzeit keine Zinsen ausgezahlt. Diese werden ihm samt Zinseszinsen am Ende der Laufzeit zusammen mit dem ursprünglich eingezahlten Nennbetrag auf das von ihm angegebene Konto überwiesen.
Was sind aufgezinste und abgezinste Sparbriefe?
Beim Sparbrief mit Zinsansammlung gibt es zwei Varianten: Den auf- und den abgezinsten Sparbrief. Beim aufgezinsten Sparbrief zu einem Nennwert von beispielsweise 1.000 Euro und einem angenommenen Zinssatz von vier Prozent erhält der Sparer nach fünf Jahren 1.217 Euro ausbezahlt.
Dagegen werden beim abgezinsten Sparbrief Zins und Zinseszins bereits am Anfang vom Nennwert abgezogen – das heißt, der Sparer legt 822 Euro an und bekommt bei gleichen Bedingungen am Ende der Laufzeit 1.000 Euro ausbezahlt.
Die Vorteile des Sparbriefes mit Zinsansammlung
Der Vorteil des Sparbriefes mit Zinsansammlung gegenüber der ausschüttenden Variante besteht hauptsächlich in der höheren Rendite aufgrund des Zinseszinseffekts. Auch viele klassische Festgeld Angebote verfahren nach deisem Schema. Während der Sparer sich beim ausschüttenden Sparbrief selbst um die Wiederanlage der Zinserträge kümmern muss, werden die anfallenden Zinserträge beim Sparbrief mit Zinsansammlung automatisch mit dem Vertragszins verzinst.
Vorsicht Abgeltungssteuer: Die Vorteile des ausschüttenden Sparbriefes
Aus steuerlichen Gründen kann der ausschüttende Sparbrief vorteilhaft sein, da bei Sparbriefen mit Zinsansammlung die angesammelten Zinsen komplett im Jahr der Fälligkeit des Sparbriefes versteuert werden müssen. Je nach Höhe der Anlage bzw. Zinserträge kann hier schnell der Sparerpauschbetrag überschritten werden, und das heißt, dass für den übersteigenden Betrag Abgeltungssteuer fällig wird.
Die Nachteile der Sparbriefe
Da eine Sparbriefanlage nicht vorzeitig gekündigt werden kann, kommen Sparer bei einem unerwarteten finanziellen Engpass nicht vorzeitig an den festgelegten Betrag heran. Sparbriefe sollten deshalb nur dann erworben werden, wenn abzusehen ist, dass der Anlagebetrag garantiert nicht vor Ende der Laufzeit benötigt wird.
Auch sollte bei den Laufzeiten eines Sparbriefes der gegenwärtige Leitzins der Europäischen Zentralbank von nur 1% beachtet werden. Sparbriefe mit langer Laufzeit lohnen sich in Hochzinsphasen, in Niedrigzinsphasen ist es sinnvoller, Beträge in Anlagen mit kurzen Laufzeiten zu investieren.
Die zinsreichsten Sparbriefanlagen im Vergleich (Stand Januar 2010)
- PSD Bank Berlin-Brandenburg: 1,7% bis 4% Zinsen p.a.
Die Berliner PSD Bank bietet Sparbriefe mit unterschiedlichen Zinsvariationen und einer Laufzeit von 18 Monaten bis 10 Jahren an. Bei 18 Monaten beträgt der Zinssatz beispielsweise 1,7% p.a., bei zwei Jahren 1,8% p.a., bei sechs Jahren 3% und bei 10 Jahren 4%, wobei die Bank einen jährlichen Wertzuwachs gewährt, der bei zwei Jahren bei 1,82%, bei fünf Jahren 2,91 und bei 10 Jahren 4,8% liegt.
- Santander Consumer Bank: 1,75% bis 3,6% Zinsen p.a.
Die Sparbriefe der Santander Consumer Bank gibt es für Laufzeiten zwischen sechs Monaten und acht Jahren. Die Mindestanlage beträgt 2.500 Euro. Bei einer Laufzeit von sechs Monaten beträgt der Zinssatz 1,75%, bei einer Laufzeit von drei Jahren 3,5% und 3,6% p.a. bei Laufzeiten zwischen vier und acht Jahren.
- GLS Bank: 1,7% bis 3,5% Zinsen p.a.
Bei der sozialökologisch ausgerichteten Bochumer GLS-Bank, die bundesweit über mehrere Filialen verfügt, gibt es bei einer Mindestanlage von 1.000 Euro und einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren 1,7% Zinsen p.a. Der Zinssatz, der nach Laufzeit gestaffelt ist, beträgt bei einem Anlagezeitraum von fünf Jahren 2,90% und 10 Jahren 3,5% p.a.
- Volkswagen Bank: 1,6% bis 3% Zinsen p.a.
Den Sparbrief Plus der Volkswagenbank gibt es für eine Mindestanlagesumme von 2.500 Euro bei Laufzeiten zwischen 1 und 10 Jahren. Die Zinsgutschrift erfolgt jährlich, und der Zinssatz beträgt bei einer Anlagezeit von einem Jahr 1,6% p.a., bei drei Jahren 2,75% p.a. und bei einem Anlagezeitraum zwischen vier und 10 Jahren 3% p.a.
Artikel: Cornelia Lohs

